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Walliserverein Luzern

Vereinsgeschichte

 

Am Anfang war die "Lengi Ziit"

 

Nach dem Ersten Weltkrieg  suchten Walliserinnen und Walliser aus dem Oberwallis mehr und mehr Arbeit und Auskommen jenseits der Berner Alpen. Es war eine Reise in die Fremde und in die Fremdheit von Sprache, Kultur und Geistesart. Nur eines half über die "Lengi Ziit" hinweg: der Zusammenschluss. Und so entstanden im Laufe der Jahre Dutzende von Walliser Vereinen, so auch in der Stadt Luzern.

 

An der Gründungsversammlung des Walliser Vereins Luzern vom 15. Mai 1930 nannte man als Zweck, " die in Luzern und Umgebung ansässigen Walliser  zusammenzuführen, den Heimatgedanken und die Heimatliebe zu fördern sowie Freundschaft und Geselligkeit zu pflegen". Die Statuten übernahm man praktisch vom 1924 gegründeten "Walliser Klub" in Zürich. Mit 50 Rappen Monatsbeitrag war man dabei. Heute beträgt der Mitgliederbeitrag 35 Franken. Von Anfang an wollte man sich ins Vereinsleben der Stadt integrieren : bereits im Gründungsjahr nahm man mit einer "Walliser Stube" am St. Paulusbazar teil. Die Namen der vier Präsidenten. Dr. R. Gentinetta, Ingenieur K. Mengis, Dr. B. Burgener und Dr. A. Sarbach zeigte die Tendenz des Vereins auf, sich nach aussen mit Prominenz zu schmücken. Vereinslokale waren in diesen Jahren u.a. die Restaurant "Helvetia", "Alpina", "Alpenhof", und "Gotthard".


Vereinsleben 

Der Verein begann mit 30 Mitgliedern und steigerte sie bis in die fünfziger-sechziger Jahre auf 80 bis 90 herum; eine Zahl, die auch für heute wenigstens theoretisch noch gilt.  Das Vereinsleben ist sich all die Jahre in etwa gleich geblieben. Neben den üblichen Jahresversammlungen und Ausflügen standen das inzwischen aufgegebene Samichlaustreffen, der sömmerliche Raklettenschmaus und der Familienabend im Vordergrund. Immer wieder auch versuchte man, durch Vorträge die kulturellen Bande mit dem Wallis aufzufrischen. Bis in die achtziger Jahre hinein gab man sich beim Höhepunkt des Vereinslebens, dem Familienabend, nobel: Conférenciers, eigener Chor, eigene Theatergruppe, Trachtendamen, Tombola und Tanzkapellen mit mehrköpfiger Besetzung gehörten zum Standard. Bis 280 Personen durchfesteten und durchtanzten in patriotischer Wärme und Weinseligkeit die Nächte.

 

Es gab auch Grossereignnisse, etwa im Juni 1962, als der Walliser Verein Luzern Gastgeber für die über dreissig Walliser Vereine der ganzen Schweiz war. Den damaligen Stellenwert des Treffens bewies u.a. die Anwesenheit von Landesbischof Nestor Adam oder des Walliser Staatsrates. Die Vereinsannalen vermelden für 1974 den festlichen Empfang von Bundesrat Roger Bonvin am Bahnhof Luzern. Ein besonderer Anlass bildete zudem am 19.Mai 1984 die Weihe der neuen Fahne.

Am 22. Mai 2005 konnte der Walliserverein Luzern sein 75. Vereinsjubiläum feiern. Den Gottesdienst hielt der Walliser Pfarrer Toni Wenger. Beim Aperitif und anschliessenden Festessen durften wir viele Persönlichkeiten begrüssen. So waren unter anderen Staatsrat Wilhelm Schnyder, der Walliser Schriftsteller  Hannes Taugwalder, Ferdinand Mengis, Marco Volken, Stephan Lehner, Josef Ritler  und Geoges Bregy unter den Gästen. Grussbotschaften erhielten wir von Abt Martin Werlen, dem Staatsrat des Kantons Wallis und FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

 

Die Zeiten haben sich geändert. In der Tat begann für einen guten Teil der Walliser Vereine bereits ab Ende der siebziger Jahre der Wind rauer zu werden. Man hatte sich in der Fremde gesellschaftlich und beruflich integriert, und das Wallis war hinter den Bergen nicht mehr "ferne", sondern leicht erreichbare Heimat. Der jungen Generation sagt zudem Folklore und "Walliser Heimatstil" immer weniger mehr zu, obschon man letztlich stolz ist Walliser oder Walliserin zu sein.
Dem Walliserverein Luzern standen seit 1930 insgesamt 12 Präsidenten vor.