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Besuch bei den Wetterschmöcker im Muotathal

Sie sitzen auf Ameisenhügel, beobachten die Vögel und Mäuse, kriechen auf allen vieren in der Natur herum und verraten uns, wie das Wetter wird: Die Muotathaler Wetterpropheten.

Wir haben die Wetterfrösche, wie sie auch genannt werden, am 7. Mai 2016 im Muotathal besucht. Es war ein wunderschöner Tag. Einige fuhren mit den Autos, andere nahmen die Bahn und den Bus und spazierten entlang der Muota  zum Hüttenhotel Husky-Lodge, wo uns der Wetterprophet Martin Holdener erwartete.

Und er legte mit seinem urchigen Schwyzer Dialekt gleich los.  Er sei als Kind in der Schule mehr den Mäusen nachgesprungen als in der Schulbank zu sitzen. Der Vater sei schon ein Mauser gewesen.

Er habe sich darum als Mitglied der Innerschweizer Meteologen aufs beobachten von  Mäusen konzentriert. Wir vernahmen, dass neben vielen Promis  auch Art Furrer schon an der Generalversammlung dabei gewesen sei und und die Wetterfrösche darauf auf die Riederalp eingeladen hatte. Auch der Briger  Wetterprophet Georges Nellen sei schon bei ihnen gewesen.

Martin Holdener verriet uns dann, auf was er bei den Mäusen schaue. So stellte er fest, wenn die Mäuse weisse Bäuche hätten, gäbe es ein schneearmer Winter, wenn sie dunkel seien, gäbe es ein strenger Winter.

Auch der Haarscheitel der Mäuse verrate einiges. Wenn er von links nach rechts gescheitelt sei, blase der Südwind und umgekehrt der Nordwind. Letzten Herbst habe es einen Mittelscheitel gegeben.

Auch sei zu beobachten, wie die Tiere genährt sind. Wenn sie dick sind, gibt es einen mageren Winter. Auch der Geschmack in den Mäuselöcher ist aufschlussreich: „Wenn es bei den Mäusen nach Fussschweiss riecht, gibt es einen strengen Winter,“ verriet er todernst.

Und so wird das Wetter nach Martin Holdener

Mai: Die ersten Tage warm und beständig. Um Mitte muss man die langen Unterhosen wieder anziehen.

Juni: Anfangs sonnig und warm und dies in der ganzen Schweiz. Vom 9. Bis 18. kommen die Alpkühe nass zum Melken in den Stall. Nachher bis Ende schön aber mit abendlichen Gewitter.

Juli: Beginnt mit sehr veränderlichem Wetter. Die erste Hitzewelle beginnt am 5., die Bikinis werden spröde vor Hitze und zerbröseln.

August: Am 1. August hat unser Bundespräsident Schneider-Amman einmal nichts zu lachen. Regen. Nachher wird es besser. Am Eidg. Schwing-und Aelplerfest wird es keine Schnecken im Sägemehl haben, trocken und schön.

September: Schön, dann Regen. Den Jägern wird es die Gewehrläufe füllen mit Regenwasser. Ende schön.

Oktober: Schönes Wanderwetter. Um den 12. erster Schnee in den Bergen, aber die Herbstsonne wird ihm den Garaus machen.

Zusammenfassung: Sommer mit genügend Regen und Sonnenschein. Herbst, nach den Mäusen zu 70 Prozent schön.

Wir waren begeistert und  nahmen den Heimweg unter die Füsse oder unter die Räder und dachten, jetzt wollen wir es wissen und die Prognose mit der Wirklichkeit vergleichen. Und versöhnlich: Die Propheten haben nicht immer recht.

Text und Bilder: Josef Ritler

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Besichtigung Militärflugplatz Emmen

Flugsimulatoren, Drohnen, PC-7 und andere Flugzeuge, Fallschirmspringer und Informationen über den Auftrag des Flugplatzkommandos: Mitglieder des Walliservereins Luzern kamen am 11. April 2016 aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie den Militärflugplatz Emmen besichtigten.

Begrüsst und informiert wurden wir von Paul Jäger
Stabschef/Stv Kommandant. Er wies darauf hin, dass es den Militärflugplatz Emmen schon seit 80 Jahren gibt und dass alles daran gesetzt wird bei der Bevölkerung ein gutes Klima zu schaffen. So halten sich die Reklamationen wegen dem Fluglärm in Grenzen.

Der Flugplatz Emmen dient vornehmlich der militärischen Nutzung und wird von der schweizerischen Luftwaffe betrieben. Diese bezeichnet ihn als Trainings- und Ausweichflugplatz für Jet- und Propellerflugzeuge sowie des ADS95-Aufklärungssystems. Vor allem Zielschleppflüge mit PC-9 und EKF Radarstörflüge mit PC-9 und F-5F mit dem VISTA5 Störsender finden ab Emmen statt.

Der Flugplatz ist Standort der Kunstflugstaffel Patrouille Suisse, der Pilotenschulung der Luftwaffe, Standort von Zielflug- und Transportstaffeln, Schulung und Kurse mit Aufklärungsdrohnen,Trainingszentrum für Simulatorenmit Super Puma, Eurocopter EC 635 und Pilatus PC-21, Werkflüge der RUAG Aviation im Auftrag der Luftwaffe und Test- und Erprobungsflüge der Armasuisse.

Wir Walliser kennen Militärflugplätze, hatten vor Jahren noch die Flugplätze in Ulrichen, Münster, Raron, Turtmann und Sitten. Ein fliegerisches Bollwerk im zweiten Weltkrieg gegen Angriffe aus dem Süden. Mit Wehmut erfuhren wir jetzt, dass sich die Armee auch aus Sitten zurückziehen wird.

Paul Jäger wies daraufhin, dass sich die Gefahren in der neusten Zeit verändert haben. Täglich fliegen 3500 fremde Flugzeuge über der Schweiz, die kontrolliert werden müssen. Vor einer Woche stiegen in Emmen zwei FA-18 auf um ein nicht identifiziertes Flugzeug zu kontrollieren.

Von Emmen aus starten auch die Aufklärungsdrohnen, die teils die ganze Nacht unsere Grenzen im Norden und Süden überwachen und die Bilder direkt der Grenzpolizei übermitteln.

Wir erhielten Einblick über das Innenleben der Drohnen und erfuhren, wie die anderen Flugzeuge gewartet werden. Am Schluss waren wir uns einig: Künftig werden wir uns nicht mehr über den Fluglärm aufregen, sondern der Armee für die Sicherheit dankbar sein.

Und am Schluss entliess uns Paul Jäger mit Militärbiscuits. Erfunden wurden diese im Jahre 1959 im Auftrag des damaligen Oberkriegskommissariats durch die Firma Kambly in Trubschachen. Sie sind reich an Nährwert und halten mindestens 3 Jahre.

So lange wollen wir aber nicht warten: En Guete!

Text und Bilder: Josef Ritler

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Besuch bei den Willisauer Ringli am 6. September 2016

Wie werden die weltberühmten Willisauer-Ringli hergestellt, wie isst man sie und woher kommt das Loch?

Das wollten wir doch alle wissen. Darum fuhren wir nach Willisau und besuchten die Produktionsstätte. Dort lernten wir den Mythos der Rezeptzusammenstellung, die Geschichte des Ringlis, die Produktion anhand einer DVD und die HUG Familie mit ihren Produkten kennen.

Mit der Bahn fuhren wir bei herrlichstem Wetter nach Willisau und erreichten den Betrieb nach einem kurzen Fussmarsch. Dort wurden wir von Heidi Mathis empfangen und mit blauen Kopfhauben versehen. Der Gang durch den Laden reizten unsere Gaumen und versetzte uns fast in einen Trancezustand.

Im Vorführraum erfuhren wir die erfolgreiche Geschichte der Familie Hug. Hier und in Malters LU werden jährlich über 10 Tonnen Gebäck von 341 Mitarbeitern produziert. Im letzten Jahr erreichte die Firma  einen Umsatz von 110 Millionen Franken.

In einem 37 Meter langen Backofen werden die Ringli produziert. Dazu benötigt man bis 70 Tonnen Butter. Die Besitzer Werner und Andreas Hug garantieren den bewussten Umgang mit den Rohstoffen aus der Schweiz. Die Eier stammen aus dem Dorf-Eier-Lieferant Fischer aus Malters, das Mehl kommt aus der Nachbarschaft, vom Lieferant Meyerhans Hotz aus Malters.

Die Dordbäcker in Willisau dürfen die Ringli auch herstellen, aber nur in Willisau. Die Rezepte sind geheim. Einer, der die Ringli schon seit Jahren herstellt, ist der Chocolatier Amrein. Von ihm lesen wir:

„Das Originalrezept  von Heinrich Maurer lautete folgendermassen: 7 Pfund Zucker, 7 kleinere Tassen Wasser, Rinde von zwei Zitronen und einer Orange und ca. 51/2 bis 6 Pfund Mehl.

Noch heute enthält der Ringli-Teig diese Zutaten, hinzu kommen Gewürze, die das Geheimnis des einzigartigen Geschmacks ausmachen.

Früher rollte man aus dem Teig von Hand «kindsfingerdicke» Würstchen und formte diese zu Ringli. Heute verarbeiten wir die Zutaten zu einer festen Masse, aus der die Ringli maschinell gestanzt werden.“

 

Heidi Mathis zeigte uns dann, wie man ein Ringli richtig isst. Man nehme es in die Hand, zertrümmere es mit dem Ellbogen in vier Teile und lasse es auf der Zunge zergehen.

Am Schluss der Ausführungen erhielten wir ein Zuckersüsses Geschenk und durften uns im Laden mit weiteren Köstlichkeiten eindecken.

Wie das Loch ins Ringli kommt, erriet Heidi Mathis mit einem schmunzeln:“Ja das ist das Problem. Jeden Morgen in der Früh werden die Löcher von einem Lastwagen angeliefert und dann verarbeitet.“

 

Text und Bilder: Josef Ritler

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